Üble Nachrede

§ 186 StGB

Wer in Beziehung auf einen anderen eine Tatsache behauptet oder verbreitet, welche denselben verächtlich zu machen oder in der öffentlichen Meinung herabzuwürdigen geeignet ist, wird, wenn nicht diese Tatsache erweislich wahr ist, mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe und, wenn die Tat öffentlich oder durch Verbreiten von Schriften (§ 11 Abs. 3) begangen ist, mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

Erläuterung
Die üble Nachrede und Verleumdung weisen eine große Ähnlichkeit auf, doch unterscheiden sich inhaltlich, weshalb bei Verleumdung auch ein höheres Strafmaß von bis zu fünf Jahren Freiheitsstrafe oder Geldstrafe angesetzt ist. Die üble Nachrede und Verleumdung sind typische Varianten des Mobbings. Tatsachen werden verbreitet, oft via Internet, um eine andere Person damit zu schädigen, sie herabzuwürdigen.
Bei der üblen Nachrede sind es Tatsachen, von denen nicht nachweislich nicht bewiesen werden kann, ob sie wahr sind, sie aber trotzdem zweifelsfrei dazu geeignet sind, den anderen zu schädigen.
Beispiel: Euer Gegenüber erzählt herum, dass du jemanden sein Smartphone gestohlen hast, weil du kein Geld hättest. Das Gegenüber weiß jedoch nicht, ob die Geschichte stimmt. Er möchte euch öffentlich bloß herabwürdigen, deshalb erzählt er sie.

Wichtig!
Eine üble Nachrede beginnt bereits bei Gerüchten. Wenn ihr also herumerzählt, dass ihr von einer dritten Person gehört hättet, dass diese eventuell regelmäßig stiehlt, dann ist das eine üble Nachrede. Zu sagen, dass ihr es nicht genau wüsstet, schützt euch vor der Erfüllung der Strafnorm nicht. Verbreitet also keine negativen Gerüchte über Personen!, sonst macht ihr euch strafbar!