Cybergrooming

Cybergrooming – Sexueller Missbrauch über Digitale Medien

„Cybergrooming“ steht in Deutschland verallgemeinernd für die Einleitung aller Formen der sexuellen Viktimisierung von Kindern über digitale Medien. Ursprünglich kommt der Begriff aus dem englischsprachigen Raum. „Grooming“ steht dabei originär für den strategischen Planungsprozess eines Sexualtäters Kinder für sich so einzunehmen, so dass er diese zu Missbrauchshandlungen bewegen kann. Der Täter umgarnt förmlich das kindliche Opfer. Diese Täter gehen also strategisch und langfristig planend vor. Das kann bedeuten, dass diese sich in Sozialen Netzwerken, aber z.B. auch in Onlinespielen, als gleichaltrig ausgeben um somit das Vertrauen zu gewinnen (vgl. Rüdiger, 2016).

Andererseits gibt es auch Täter die Euch durch Drohungen, dem Anbieten von Geldern, oder auch nur durch Schmeicheleien zur Vornahme sexueller Handlungen bringen wollen. Dabei versucht der Täter Erpressungsmaterial zu bekommen. Das können Bilder, Videos oder auch nur Chat-Protokolle von Euch sein, mit denen er Euch dann zu weiteren Handlungen zwingen will (vgl. Rüdiger, 2016). Dabei droht er Euch mit der digitalen Bloßstellung durch Veröffentlichung der gewonnen Erpressungsmaterialien. Viele Kinder gehen leider auf diese Drohungen ein, u.a. auch, weil sie Angst vor Cybermobbing wegen Bilder oder Videos haben.

In Deutschland ist bereits die bloße Anbahnung eines sexuellen Missbrauchs mit Kindern gem. § 176 Abs. 4 Nr. 3 StGB strafbar. Daher kann jedes Verdachtsmoment eines sexuell motivierten Kontaktes zur Anzeige gebracht werden, beispielsweise über die Internetwachen der Polizeien (z.B. hier in Berlin ). Wenn etwas merkwürdig vorkommt, spricht man am besten sofort mit Eltern oder anderen Vertrauenspersonen. Das ist nicht peinlich, sondern erste und vor wichtigste Weg.

Weiterführende Quellen

https://beauftragter-missbrauch.de/praevention/digitale-risiken/cybergrooming/

Sieben Tipps für ein sicheres Onlin Spielen – Aber Sicher! https://issuu.com/davidroethler/docs/ev_digi4family_elternhandbuch_barri/84?e=1034258/35648569 

Thomas-Gabriel Rüdiger (2016): Onlinespiele – Ein kritisches Spielfeld für Kinder und Erwachsene? Eine kriminologische Betrachtung auf das alterslose Zusammenspiel in Onlinespielen. In: Junge, Thorsten/Clausen, Dennis (Hrsg.): Digitale Spiele im Diskurs. http://ifbm.fernuni-hagen.de/lehrgebiete/bildmed/medien-im-diskurs/digitale-spiele-im-diskurs/dsid-rudiger-onlinespiele-ein-kritisches-spielfeld-fur-kinder-und-erwachsene

Thomas-Gabriel Rüdiger (2015) „Der böse Onkel im digitalen Kinderzimmer“. In Hillebrandt, Ingrid (HRSG) „Gewalt im Netz –Sexting, Cybermobbing & Co.“ Publikation der Bundesarbeitsgemeinschaft Kinder-und Jugendschutz (BAJ). S. 104 –123.

Cybergrooming in virtuellen Welten – Chancen für Sexualtäter? In Deutsche Polizei, S. 29 ff http://www.gdp.de/id/_dp201202/$file/DP_2012_02.pdf